Mehr zum Thema in unserer Broschüre

Mit dieser Broschüre möchten wir Sie über die Entstehungsmechanismen und auslösenden Faktoren eines Handekzems aufklären. Wir zeigen auf, mit welchen hautschützenden und -pflegenden Maßnahmen Sie die Entwicklung eines Ekzems verhindern und bereits bestehende Hautschäden lindern können.


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Ursachen und Auslöser

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Auftreten eines Handekzems begünstigen und verursachen können. Handekzeme entstehen z. B. durch den wiederholten Kontakt mit chemischen, biologischen oder physikalischen Substanzen (sogenannte Irritantia), die hautschädigend wirken. Bei manchen Patienten ist das Ekzem Ausdruck einer allergischen Reaktion. Auch die erbliche Veranlagung für empfindliche Haut mit der Neigung zu Ekzemen und allergischen Reaktionen spielt eine Rolle.

Belastungen der Haut, die die Entwicklung eines Handekzems begünstigen:

  • häufiger Wasserkontakt und Feuchtigkeitsstau, z. B. unter Gummihandschuhen ➞ Aufquellen der Haut, Schädigung der Hautbarriere
  • Kontakt zu Seifen und Lösemitteln ➞ Auswaschen der Hautfette, erhöhte Hauttrockenheit, Schädigung der Hautbarriere
  • chemische Reizstoffe, z. B. Säuren, Laugen ➞ Schädigung der Hautbarriere
  • mechanische Reizungen ➞ Abrieb der äußersten Hautschicht, z. B. in handwerklichen Berufen, Schädigung der Hautbarriere
erbliche Veranlagung für:
  • empfindliche, trockene Haut
  • Atopie, insbesondere Neurodermitis
mögliche Auslöser:
  • falsche Hautreinigung und -pflege, z. B. mit Seifen, aggressiven Syndets
  • Säuren und alkalische Chemikalien
  • organische und anorganische Öle
  • Lösungsmittel
  • UV-Strahlen
  • Pflanzenstoffe, z. B. Giftsumach
  • Kontaktallergene, z. B. Nickel-, Chrom-, Kobaltverbindungen, Harze, Konservierungs-, Farb-, Duftstoffe, Latex, Pflanzenextrakte

Sehr oft ist es eine Verkettung mehrerer Faktoren: Das Handekzem entwickelt sich durch die Kombination von hautschädigenden Einflüssen, z. B. im beruflichen Umfeld, Belastungen durch Schadstoffe oder Allergene, einer individuellen Erkrankungsbereitschaft und einer erhöhten Durchlässigkeit der Hautbarriere. Die Liste mit den möglichen Ursachen und auslösenden Faktoren lässt klar erkennen, dass manche Menschen z. B. aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit (siehe Tabelle) besonders gefährdet sind, ein Handekzem zu entwickeln.

  Handekzeme durch den Beruf


Häufiger und anhaltender Kontakt mit Wasser und Seife schädigt die Schutzbarriere der Haut. Die Haut an den Händen wird trocken, rau und rissig. Das Risiko für die Entwicklung eines Handekzems steigt.

In manchen Berufen wird die Haut extrem strapaziert und so verwundert es kaum, dass Hauterkrankungen seit Jahren an der Spitze aller Berufserkrankungen stehen. Besonders belastend sind Tätigkeiten, bei denen mit stark reizenden Substanzen hantiert wird und die Haut durch häufiges Waschen, Feuchtarbeit und mechanische Reize angegriffen ist.

Dort, wo die Haut den schädlichen Einflüssen ausgesetzt ist, also vornehmlich an den Hand- und Fingerrücken, den Handinnenflächen und Unterarmen, ist das Risiko hoch, dass der natürliche Hautschutz schwindet und sich ein chronisches Handekzem entwickelt.

Berufe mit hohem Risiko für Handekzeme

Beruf Hautreizende Stoffe, Allergene
Bäcker, Konditor, Koch Backmittel, Aromen, Lebensmittel, Gewürze, Konservierungsstoffe, Reinigungsmittel
Bauarbeiter, Maurer, Fliesenleger Zement, Frischbeton
Florist, Gärtner, landwirtschaftliche Berufe Pflanzensäfte, Pflanzenschutzmittel, Gummiartikel
Friseur Fixiermittel (z. B. Dauerwelle)
Heil- und Pflegeberufe Desinfektionsmittel, Latex
Holzverarbeitende Berufe Hölzer, Leime, Beize
Maler, Lackierer, Gipser Farben, Lacke
Metallgewerbe Kühlschmierstoffe, Metalle
Reinigungskräfte, Berufe in der Hauswirtschaft Reinigungs-, Desinfektionsmittel, Gummihandschuhe

Meistens sind die Hautschäden nicht sofort offensichtlich, vielmehr ist die Haut zunächst noch in der Lage zu regenerieren. Durch wiederholte Reizungen summieren sich die Schäden jedoch immer mehr auf und die hauteigenen Reparaturmechanismen stoßen an ihre Grenzen. Ist eine bestimmte Reizschwelle überschritten, entstehen Ekzeme.

Entwicklung des Handekzems

Bei einigen berufsbedingten chronischen Handekzemen spielen, neben hautschädigenden Einflüssen und Irritantia, allergische Kontaktallergien eine große Rolle. In diesen Fällen reagiert das Immunsystem auf eingedrungene Fremdstoffe mit Abwehrmaßnahmen, die zu Entzündungen mit Hautrötungen und kleinen, juckenden Pusteln führen. Beide Formen des Handekzems sind nicht immer eindeutig zu trennen.

Die Bereitschaft, auf Fremdstoffe überempfindlich zu reagieren, wird vererbt. Wer aus einer allergisch vorbelasteten Familie stammt oder bereits an Neurodermitis leidet, hat ein erhöhtes Risiko, ein Handekzem zu entwickeln.

  Erblich bedingte Ekzembereitschaft

Auffallend oft treten Handekzeme bei Patienten auf, die bereits an Neurodermitis oder einer allergischen Erkrankung wie Heuschnupfen, allergischem Asthma oder Nahrungsmittelallergie leiden. Diese Patienten haben eine genetische Veranlagung für Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems. Eine solche Veranlagung wird medizinisch als Atopie bezeichnet.

  Angriff auf die Hautbarriere

Dass mechanische Reizungen, chemische Substanzen oder Allergene die Hautgesundheit dermaßen gefährden können, liegt daran, dass die Hautbarriere entweder bereits gestört ist oder durch wiederholte Belastungen mehr und mehr angegriffen wird. Bei gesunder Haut sorgt ein stabiler Verbund aus Hautzellen und -fetten dafür, dass keine schädlichen Fremdstoffe eindringen können. Feuchtigkeit kann gespeichert werden und die Haut wird vor dem Austrocknen geschützt. Bei vielen beruflich bedingten Handekzemen wird die Hautbarriere z. B. durch Feuchtarbeit oder häufiges Händewaschen geschädigt. Auch wenn über einen längeren Zeitraum Schutzhandschuhe aus Gummi oder ähnlichen Materialien getragen werden, so dass die Hände schwitzen, greift dies die Hautbarriere an. Die Folgen: Reizstoffe können leichter eindringen, die Anfälligkeit für Entzündungen steigt (siehe Grafik).

Das Ziegelstein-Mörtel-Modell der Hautbarriere beschreibt den Aufbau der äußersten Hautschicht, der Hornschicht.

Bei Patienten mit Neurodermitis ist zudem der Aufbau der Haut genetisch bedingt so verändert, dass die Barrierefunktion vermindert ist. Daher ist die Haut sehr empfindlich, neigt zu Trockenheit und ist damit auch anfälliger für Ekzeme.