Mehr zum Thema in unserer Broschüre

In dieser Broschüre soll erläutert werden, welche Ursachen einem chronischen Handekzem zugrunde liegen können, inwieweit weiterführende Untersuchungen angezeigt sind und wie ein Behandlungskonzept aussehen sollte. Damit wollen wir Ihnen zum einen helfen, dass Sie Ihr Krankheitsbild selbst besser einordnen können, zum anderen möchten wir Ihnen auch die Grundprinzipien der Behandlung beim chronischen Handekzem verständlich machen.


Broschüre bestellen

Handekzem

Ursachen, Auslösefaktoren und genetische Veranlagung

Die Entzündung der Haut an den Händen kann verschiedene Ursachen haben. Selten ist bei einem Patienten nur ein einzelner Auslösefaktor für die Entwicklung eines Handekzems verantwortlich. Vielmehr scheint ein Zusammenspiel mehrerer äußerer und innerer Faktoren das Krankheitsgeschehen anzufachen. Umwelteinflüsse und eine erbliche Veranlagung sind maßgeblich daran beteiligt.

Grundsätzlich gibt es drei Hauptursache-Gruppen, die bei der Entstehung eines chronischen Handekzems eine wesentliche Rolle spielen:
  1. übermäßiger Wasser- und Reizstoffkontakt (kumulativtoxische Belastung)
  2. Kontaktallergien
  3. erblich bedingte Neigung des körpereigenen Abwehrsystems, auf an sich harmlose Umweltsubstanzen überempfindlich zu reagieren (atopische Diathese)

Abhängig von den vorrangigen Auslösefaktoren unterscheidet man das kumulativ-toxische, das kontaktallergische und das atopische Handekzem. Außerdem wird das Aussehen der kranken Haut beurteilt. Hier unterscheidet man zwischen Handekzemen, die durch juckende Bläschen gekennzeichnet sind (dyshidrosiformes Handekzem) und einer trockenen Ekzemform, bei der es zu schuppenden Hautveränderungen mit starker Verhornung und schmerzhaften Einrissen kommt (hyperkeratotisch-rhagadiformes Handekzem).


Äußere Reize wie zum Beispiel Feuchtarbeit oder häufiges Waschen der Hände schädigen die Schutzbarriere der Haut. Das führt nicht nur zu trockenen und rissigen Händen, sondern kann Hautirritationen und die Entwicklung eines Handekzems begünstigen.

  Kumulativ-toxische Belastung

Hautbelastende Tätigkeiten in Beruf, Hausarbeit oder Freizeit, bei denen die Hände wiederholt oder übermäßig mit Wasser oder hautreizenden Substanzen in Kontakt kommen (Feuchtarbeit), können die Hautschutzfunktionen schädigen und so das Entstehen einer Entzündung begünstigen. Gleiches gilt, wenn über einen längeren Zeitraum Schutzhandschuhe aus Gummi und ähnlichen Materialien getragen werden, da die Hände darunter deutlich schwitzen und so ein feuchtes Milieu aufrecht erhalten wird.

Durch diese Störung der hauteigenen Schutzbarriere können hautschädigende und allergieauslösende Substanzen leichter eindringen. Damit steigt das Risiko für Kontaktallergien.


Handekzeme stehen an der Spitze berufsbedingter Hauterkrankungen. Besonders gefährdet sind z. B. Friseure.

  Kontaktallergien

Kontaktallergien spielen eine ganz wesentliche Rolle bei der Entwicklung von Handekzemen. Kommt die Haut wiederholt in Kontakt mit einer Substanz, gegen die eine Allergie besteht, reagiert sie mit Entzündungszeichen. Solche Reaktionen treten nicht ausschließlich an den Händen auf. Bei zahlreichen Patienten sind auch die Füße von der Hautentzündung betroffen. Auslöser der Kontaktallergie können hier u. a. Substanzen sein, die bei der Schuhlederverarbeitung verwendet werden.

Besonders relevant und problematisch sind Kontaktallergien für bestimmte Berufsgruppen, in denen häufig mit möglicherweise allergieauslösenden Arbeitsstoffen umgegangen wird, wie zum Beispiel bei Maurern oder Friseuren.

  Atopisches Handekzem

Schwere und chronische Handekzeme gelten als die häufigste berufsbedingte Hauterkrankung. Hier sollte frühzeitig eine berufsdermatologische Beratung durch den Hautarzt erfolgen.

Eine europäische Studie zeigt, dass bei 28 Prozent der Patienten mit Handekzemen Arbeitsunfähigkeit vorlag, bei 12 Prozent bestand diese länger als 12 Wochen.

Handekzeme treten überdurchschnittlich oft bei Patienten auf, die unter Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergischem Asthma leiden. Diesen Krankheitsbildern ist gemeinsam, dass bei den betroffenen Patienten eine erbliche Veranlagung vorliegt, auf unterschiedlichste Umwelteinflüsse überempfindlich zu reagieren. In der Fachsprache wird diese individuelle erhöhte Reaktionsbereitschaft als Atopie oder atopische Veranlagung (Diathese) bezeichnet.

Eine atopische Diathese geht neueren Erkenntnissen zufolge nicht selten mit einer erblich bedingten Störung der Hautschutzbarriere einher. Dies kann zu einer Schwächung der Widerstandskraft gegen hautreizende Substanzen und Feuchtigkeit führen. Zudem können allergieauslösende Substanzen leichter eindringen, so dass auch die Entwicklung einer Kontaktallergie begünstigt wird.