Formen/Ursachen/Auslöser

Chronisches Handekzem

Erkennen, vorbeugen, behandeln

Die Ursachen und Auslöser eines Handekzems sind vielfältig und die verschiedenen Formen sind nicht immer eindeutig voneinander zu trennen. Meist greifen mehrere Faktoren ineinander, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken.

In der Regel liegt der Erkrankung aber eine wiederholte Schädigung der Hautbarriere zugrunde. Hautreizende und allergieauslösende Stoffe haben dann leichtes Spiel, in die Haut einzudringen und ein Ekzem auszulösen oder zu verstärken. Menschen mit einer genetischen Veranlagung zu Allergien (Atopie) sind besonders gefährdet, unter diesen Umständen ein Handekzem zu entwickeln.

Schädigung der Hautbarriere durch dauerhafte Belastung

Gesunde Haut hält einiges aus: Ein Schutzfilm aus Fett und Wasser, der sogenannte Hydrolipidfilm, bewahrt sie vor dem Austrocknen und wehrt schädliche Bakterien ab. Darunter liegt die Hornschicht. Ihr Aufbau lässt sich mit dem einer Mauer aus Ziegelsteinen und Mörtel vergleichen. Dabei stellen die Hornzellen die Ziegelsteine dar, die Hornfette den Mörtel. Der stabile Verbund aus Hornzellen und Fetten hindert Fremdstoffe wie Bakterien, Schadstoffe und Allergene daran, in die Haut einzudringen. Gleichzeitig wird die Abgabe von Feuchtigkeit nach außen reguliert. Aufgrund dieser Funktionen spricht man auch von einer Hautbarriere.

Hautbarriere

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Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass der Hydrolipidfilm auf der Haut beeinträchtigt wird. Ein Teil der Fette zwischen den Hornzellen geht verloren, die Hautbarriere wird brüchig. In der Folge kann die Haut Feuchtigkeit schlechter speichern, wird trocken und empfindlich.

Die Hautbarriere leidet vor allem unter folgenden Belastungen:

  • falscher und zu häufiger Hautreinigung
  • dauerhaft feuchtem Milieu, zum Beispiel durch längeres Tragen von Schutzhandschuhen
  • häufigem Kontakt mit Wasser, Seifen, Reinigungsmitteln, Lösemitteln
  • direktem Hautkontakt mit Säuren und Laugen
  • Druck und Abrieb, zum Beispiel durch handwerkliche Tätigkeiten

Fehlt die Gelegenheit zum Regenerieren, ist der Grundstein für ein Handekzem gelegt.

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Entwicklung des Handekzems

Bis zu einem gewissen Grad kann sich die Haut auch nach Belastung wieder regenerieren. Wird sie jedoch über einen längeren Zeitraum täglich schädlichen Einflüssen ausgesetzt, so gelingt die Regeneration immer schlechter. Irgendwann ist die sogenannte Ekzemschwelle erreicht und es kommt zu sichtbaren Hautsymptomen.

Toxisches Kontaktekzem

Eine poröse Hautbarriere bietet hautreizenden und giftigen (toxischen) Stoffen eine ideale Eintrittspforte. Kommt die Haut immer wieder mit solchen Stoffen in Berührung, kann sich auch bei geringem toxischem Potenzial ein chronisches Kontaktekzem entwickeln.

Das toxische Kontaktekzem entwickelt sich nur dort, wo die Haut mit Schadstoffen in Berührung kommt. Betroffen sind vor allem die Hand- und Fingerrücken sowie die Unterarme, im Verlauf der Erkrankung mitunter auch die Handinnenflächen. Typische Anzeichen sind sehr trockene, schuppige Hautstellen, Rötungen und Hautrisse.

Allergisches Kontaktekzem
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Ein Handekzem kann auch durch Allergene ausgelöst werden. Es zeigt sich zunächst an den Hautbereichen, die dem Allergen ausgesetzt waren. Im Gegensatz zum toxischen Kontaktekzem gibt es jedoch keine klare Abgrenzung. Das heißt, die Hauterscheinungen können auch an Stellen auftreten, die keinen Kontakt zum Allergen hatten.

Das allergische Kontaktekzem ist durch Rötungen, Bläschen und einen starken Juckreiz gekennzeichnet. Im späteren Stadium treten oftmals auch Verhornungen und Hautrisse auf.

Atopisches Handekzem

Bei Patienten mit Neurodermitis ist die Hautbarriere erblich bedingt weniger stabil als bei Hautgesunden. Sie neigen daher von Natur aus zu einer trockenen und empfindlichen Haut. Viele von ihnen leiden darüber hinaus an einer oder mehreren Allergien. Diese genetische Veranlagung für Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems nennt man Atopie. Die Betroffenen tragen ein besonders hohes Risiko für ein Handekzem. Junge Neurodermitis- und Allergiepatienten sollten dies bei der Berufswahl bedenken.

Beim atopischen Handekzem kommt es häufig zu Bläschen, Schuppen, Hautrissen und einer lederartigen Veränderung der Haut. Betroffen sind Handrücken, Fingerkuppen und vor allem die Handgelenksbeugen.

Berufe mit hohem Risiko für Handekzeme

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BerufHautreizende Stoffe, Allergene
Bäcker, Konditor, Koch Backmittel, Aromen, Lebensmittel, Gewürze, Konservierungsstoffe, Reinigungsmittel
Bauarbeiter, Maurer, Fliesenleger Zement, Frischbeton
Florist, Gärtner, landwirtschaftliche Berufe Pflanzensäfte, Pflanzenschutzmittel, Gummiartikel
Friseur Fixiermittel (z. B. Dauerwelle)
Heil- und Pflegeberufe Desinfektionsmittel, Latex
Holzverarbeitende Berufe Hölzer, Leime, Beize
Maler, Lackierer, Gipser Farben, Lacke
Metallgewerbe Kühlschmierstoffe, Metalle
Reinigungskräfte, Berufe in der Hauswirtschaft Reinigungs-, Desinfektionsmittel, Gummihandschuhe

Aktuelle Pressemeldung

An jedes Waschbecken eine Handcreme

Handhygiene und Hautschutz miteinander vereinbaren

Bonn, 04.08.20 Die derzeitige Entwicklung der Corona-Pandemie zeigt sehr deutlich, dass die Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Ansteckung weiterhin ernst zu nehmen sind. Dazu gehört neben Abstandhalten und Mund-Nasen-Schutz auch häufiges, gründliches Händewaschen. Für die Haut bleibt das oft nicht ohne Folgen: Sie wird zunehmend trocken, schuppig und rissig. Damit sich kein Handekzem entwickelt, sollte an jedem Waschbecken und auf dem Nachttisch eine Handcreme liegen.

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